Kolloquium: Feministische (Abschluss-)Arbeiten


PROGRAMM:

10.15 – 10.45 Uhr // Begrüßung

 

10.45 – 11.30 Uhr // What Advantage does Difference make? Leveling the Imperial Playing Field
In this presentation, I revisit the last ten years of international sport policies on gender testing in order to revise  formative constructions of the athletes’ bodies. Specifically, I focus on the International Association of Athletics Federation’s (IAAF) new regulation from 2018 governing the eligibility of certain female athletes with differences of sexual development accompanied by elevated levels of natural testosterone. I argue that the IAAF testosterone  regulation is based on a colonial continuity of upholding gender norms and racial hierarchies.

 

11.30 – 12.15 Uhr // Sex hat Klasse
Im wahrsten Sinne des Satzes, hat Sex Klasse. Diese bestimmt, in welcher Art und Weise wir Sexualität leben, welche Erwartungen an die Sexualität einzelner Menschen gestellt werden, und wie die Sexualität verschiedener sozialen Klassen medial repräsentiert wird. Aber was hat Sex denn eigentlich mit unserer sozialen Herkunft und Position zu tun? Und wie wirkt sich unser Geschlecht darauf aus? Diesen Fragen werde ich mich in meinem Beitrag widmen und dabei die klassistische Repräsentation der weiblichen Sexualität in Deutschland thematisieren.

 

12.15 – 13.15 Uhr // Mittagspause

 

13.15 – 14.00 Uhr // Frau-Sein im Konzentrationslager
Die Notwendigkeit, auch KZ-Erfahrungen nicht ungeachtet der geschlechtlichen Dimension zu betrachten, ist im Ansatz bereits anerkannt. So wurden und werden Zwangsprostitution, Schwangerschaft und Mutterschaft in den Lagern gezielt beleuchtet und aufgearbeitet. In meinem Beitrag soll jedoch primär um die subjektive Bedeutung des Frau-Seins gehen. Wie und wann fühlten sie sich als Frau, wie wurde dies bewertet und an welchen Stellen konnte von einer aktiven und bewussten Inszenierung von Geschlecht gesprochen werden. Hierbei beziehe ich mich auf Zeitzeuginnenberichte, die vor dem Hintergrund geschlechtlich geprägter Erinnerung gelesen und interpretiert werden.

 

14.00 – 14.45 Uhr // Der Stoff aus dem die Häute sind – Körpergrenzen und
Grenzüberschreitungen in Werken muslimischer Künstlerinnen
Über das Stereotyp der unterdrückten Muslimin hinaus, ist den Werken, die ich in meinem Beitrag vorstellen werde eine feministische Variante islamischer Weiblichkeit gemein, die auch auf islamischen Traditionen fußt. Die muslimischen Künstlerinnen beschäftigen sich mit dem überwinden von Grenzen; dem weiblichen Körper als sakralem Raum. Ihre moderne islamische Kunst nimmt so Teil am internationalen Diskurs. Ihr futuristischer Umgang überwindet scheinbar persistente Grenzen und bietet damit die Möglichkeit, islamische Weiblichkeit als heiligen Körper neu zu begreifen.

 

14.45 – 15.15 Uhr // Pause

 

15.15 – 16.00 Uhr // Eine Reformulierung des Friedensbegriffs im internationalen System anhand des kritischen Feminismus: Die Dekonstruktion des gesellschaftlichen Ortes der Frau im Peacekeeping-Prozess in Bosnien-Herzegowina
Die vorliegende Arbeit will Begrifflichkeiten von Krieg und Frieden innerhalb der Internationalen Beziehungen neu denken. Der Fokus liegt auf einer Dekonstruktion dominanter Begriffe im Spektrum der internationalen Friedensbestrebungen. Ausgangspunkt der Analyse ist eine Kritik am Friedensapparat der Vereinten Nationen (UN), deren Zielsetzung seit der Resolution 1325 die Integration von Frauen in Friedensverhandlungen nach kriegerischen Auseinandersetzungen darstellt. Gegenwärtige Konflikte zeigen jedoch, dass Missionen der UN dieses Ziel verfehlen. Aufgrund dessen sollen grundlegende Strukturen der Marginalisierung von Frauen in Friedensprozessen untersucht werden. Dies erfolgt am Beispiel Bosnien-Herzegowina (BiH).

 

16.00 – 16.45 Uhr // Is gender oppression inevitable?
“He’s the Subject, the Absolute; she’s the Other.” In those few words, de Beauvoir put into perspective a core problem of gendered oppression. The consequences of this heteronormative and binary dynamic on our ontology, how we get a grasp of our identity in this symbolic, and the influence of norms on the mere being, shall be analysed and identified. Can we redefine womanhood and use it as a tool to fight oppression? Can we only modify one part of a complete system without changing it fully? An in-depth investigation is required to determine if and how this would be possible.

 

 

16.45 – 17.00 Uhr // Schlussworte

Das fe_Marburg Kollektiv