Rund um Marburg


Von: Heike Guthoff

Titel: Kritik des Habitus – Zur Intersektion von Kollektivität und Geschlecht in der akademischen Philosophie

Erschienen: 6/2013

„Die Bourdieu’sche Fassung des Habitus-Begriffs findet international disziplinenübergreifende Anerkennung. In Heike Guthoffs Studie wird er mit Blick auf das sozialphilosophisch problematische Verhältnis von Subjektivität und Kollektivität einer Modifikation unterzogen. »Habitus« wird hier im Lichte der Kategorie Geschlecht betrachtet, ohne jedoch geschlechtliche Differenzen vorauszusetzen: Liegen kollektive Dispositionen, wie Bourdieu es nahelegt, immer in genau zwei Formen vor, sozusagen einmal in hellblau und einmal in rosa? Bourdieu folgend gewinnt die Autorin ihre begrifflichen Einsichten empirisch – nämlich anhand einer Analyse der Fachkultur der akademischen Philosophie.“


„Die Preziöse“ – Zeitschrift für anspruchsvolle queere Publizistik.

Erschienen: 6/2013

„An wen richtet sich unsere Zeitschrift genau? Dies fest zu machen an einer Kategorie – Mann,Frau, homo, hetero, lesbisch, bisexuell, asexuell etc. – hieße doch einen massiven Einschnitt in die Selbstbestimmung Jener vorzunehmen, die sich nicht durch besagte Kategorien klassifiziert sehen möchten. Wir mögen keine Schubladen und werden versuchen unseren Beitrag dazu zu leisten, sie zu überwinden. Deshalb möchten wir für alle schreiben, die sich jenseits der heteronormativen Kriterien definieren und deshalb haben wir die umfassende Bezeichnung „queer“ gewählt. Ferner möchten wir binäre Geschlechterordnungen in Frage stellen, weshalb wir die Begriffe „Frau“ und “Mann” weder als Ausschlusskriterien sehen, noch vergessen, dass sie Konstrukte sind. Da diese Konstrukte in unserer Gesellschaft jedoch immer noch Machtgefüge darstellen, bekennen wir uns zum Feminismus.“ …

 

„Wir bieten Vielfalt, Qualität, Seriosität, Authentizität; wir sagen dies nicht nur, weil es als Wahlspruch hübsch klingt, sondern weil wir unsere Arbeit ernst nehmen. Deshalb verpflichten wir uns dazu, unseren Blick über den Tellerrand zu richten. Wir sind lernfähig und neugierig – und wollen dies auch bleiben. Wir garantieren vielfältige Themen, sorgfältig recherchiert und liebevoll dargeboten.“

 

…schaut selbst


Von: Andrea Baier

Titel: »Wie soll man gesund sein, wenn man keine Arbeit hat?« Gesundheit und soziale Ungleichheit. Erfahrungen einer Frauengruppe mit einem Gesundheitsprojekt

Erschienen: 2013

„Zehn Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern treffen sich drei Jahre lang, um sich über das Thema Gesundheit und Ernährung auszutauschen. Sie reden über ihren Alltag, ihre Sorgen und ihre Probleme. Allmählich entsteht aus ihren Zusammenkünften die verbindlichere Form einer Selbsthilfegruppe.
Das Buch zum Projekt veranschaulicht, wie zugewanderte Frauen mit dem Thema Gesundheit umgehen, wie sie ihre gesundheitliche Situation mit ihrer gesellschaftlichen Lage in Verbindung bringen, mit welchen Widrigkeiten sie zu kämpfen haben und über welche Ressourcen sie verfügen. Auf diese Weise entsteht ein plastisches Bild der leiblichen Bedingungen von Migration, Klasse/Exklusion und Geschlecht.“


Von: Susann Huschke

Titel: Kranksein in der Illegalität. Undokumentierte Lateinamerikaner/-innen in Berlin. Eine medizinethnologische Studie

Erschienen: 2013

„Wie lebt es sich ohne soziale Absicherung? Anhand detaillierter Fallstudien ermöglicht diese Ethnographie Einblicke in die Lebenswelt und die Krankheitserfahrungen undokumentierter Lateinamerikaner/-innen in Deutschland.

Susann Huschke zeigt, wie Arbeitsmigrantinnen und -migranten ohne Aufenthaltsstatus ihren Lebensalltag ohne soziale Absicherung organisieren, und nimmt die Probleme und Lücken in der medizinischen Versorgung kritisch unter die Lupe. Das Buch wendet sich nicht nur an die Medizinethnologie und die Migrationsforschung, sondern auch an diejenigen, die in der Praxis mit Gesundheit, Migration und Illegalität befasst sind.“

Von: Journal für Psychologie
Jg. 21 (2013), Ausgabe 1; herausgegeben von Klaus-Jürgen Bruder und Zülfukar Çetin

Titel: Antimuslimischer Rassismus: Bilder, Szenarien, Politiken und Praktiken der Neuen Mitte

Erschienen: 1/2013

u.a. folgende Artikel:


Von: Gabriele Dietze

Titel: Weiße Frauen in Bewegung. Genealogien und Konkurrenzen von Race- und Genderpolitiken

Erschienen: 2013

„Die Studie konfrontiert zwei zentrale Emanzipationsanstrengungen der Moderne miteinander: unmarkierte ›weiße‹ US-amerikanische Frauenbewegungen und den Kampf um Bürgerrechte von people of color. Es geht dabei um implizite Sozio- und Psycho-Logiken, die Feminität mit whiteness gleichsetzen und race-Emanzipation mit Maskulinität. Die Studie untersucht kontraproduktive Race-Gender-Konkurrenzen, z.B. einen ›Rape-Lynching-Komplex‹, der schwarze Männer und weiße Frauen in ein Gewaltverhältnis imaginiert, Sexualpolitik im Second Wave Feminism und den Prozess um O.J. Simpson. Erkenntnisinteresse ist die Verfugung von Sexismus und Rassismus und seine soziokulturellen Repräsentationsformen.“


Von: Annika McPherson, Barbara Paul, Sylvia Pritsch, Melanie Unseld, Silke Wenk (Hg.)

Titel: Wanderungen. Migrationen und Transformationen aus geschlechterwissenschaftlichen Perspektive

Erschienen: 2013

„Menschen, Dinge und Konzepte sind weltweit in Bewegung geraten. Welche Effekte haben diese vielfältigen Wanderungsbewegungen zwischen Kulturen und Disziplinen auf politisches Handeln und auf die wissenschaftliche Praxis? Wie lassen sich die unterschiedlichen Migrations- und Transformationsprozesse in Bezug auf Geschlechterverhältnisse analysieren? Die inter- und transdiziplinären Beiträge dieses Bandes (aus Kultur-, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften) nehmen nicht nur die Migration von Menschen, sondern auch die von kulturellen Artefakten sowie von Ideen und Konzepten in den geschlechterwissenschaftlichen Blick.“


Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung

querelles-net

Erschienen: 2/2013

Rezensionen zu folgenden Büchern:

  • Franziska Bergmann, Franziska Schößler, Bettina Schreck (Hg.): Gender Studies. Bielefeld: transcript Verlag 2012
  • Regine Gildemeister, Katja Hericks: Geschlechtersoziologie. Theoretische Zugänge zu einer vertrackten Kategorie des Sozialen. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 2012
  • Thomas A. Herrig: …wo noch nie eine Frau zuvor gewesen ist… 45 Jahre Star Trek und der Feminismus. Marburg: Tectum Wissenschaftsverlag 2011
  • Sven Lewandowski: Die Pornographie der Gesellschaft. Beobachtungen eines populärkulturellen Phänomens. Bielefeld: transcript Verlag 2012
  • Mineke Bosch, Ulrike Krampl, Hanna Hacker (Hg.): Spektakel. Köln u.a.: Böhlau Verlag 2012
  • Thorsten Hunsicker: Männlichkeitskonstruktionen der Jungenarbeit. Eine gender- und adoleszenztheoretische Kritik auf empirischer Grundlage. Schwalbach/Ts.: Wochenschau-Verlag 2012
  • Ursula Athenstaedt, Dorothee Alfermann: Geschlechterrollen und ihre Folgen. Eine sozialpsychologische Betrachtung. Stuttgart: W. Kohlhammer Verlag 2011
  • Norbert Ricken, Nicole Balzer (Hg.): Judith Butler: Pädagogische Lektüren. Wiesbaden: Springer VS 2012
  • Lou-Salomé Heer: „Das wahre Geschlecht“. Der populärwissenschaftliche Geschlechterdiskurs im SPIEGEL (1947–2010). Zürich: Chronos Verlag 2012
  • Heinz-Jürgen Voß: Intersexualität – Intersex. Eine Intervention. Münster: Unrast Verlag 2012
  • Monika Kubrova: Vom guten Leben. Adelige Frauen im 19. Jahrhundert. Berlin: Akademie Verlag 2011

Von: Laurie Penny

Titel: Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus

Erschienen:

„Unsere Kultur ist besessen von der Kontrolle über den weiblichen Körper, sie quillt über von Darstellungen unwirklicher weiblicher Schönheit. Gleichzeitig weidet sich die Presse an magersüchtigen Starlets, schwangeren Unterschichts-Teenagern und feuchten Schoßgebeten. Laurie Penny, jung und zornig, stellt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die solchen Marktstrategien zugrunde liegen.

»Man erwartet von uns, dass wir selbstbewusst auftreten und sexuell allzeit verfügbar wirken, aber wir sollen uns schämen und werden geächtet, wenn wir Arroganz, Ehrgeiz oder erotisches Verlangen zeigen.« Laurie Penny, angry young woman und Star der englischen Bloggerszene, legt den Finger auf die Wunde. Der Spätkapitalismus brandmarkt den Körper von Frauen im Wortsinne – er brennt sein Markenzeichen ein …“


Von: Amadeu Antonio Stiftung/Radvan, Heike (Hg.)

Titel: Gender und Rechtsextremismusprävention

Erschienen: 2013

„Unter dem Titel „Gender und Rechtsextremismusprävention“ ist ein Sammelband erschienen, der sich einem bislang nur wenig beachteten Thema zuwendet.
Der Band geht der Frage nach, was aus Genderperspektive gegen Rechtsextremismus getan werden kann. Das Plädoyer der Autor_innen: Ohne einen geschlechterreflektierenden Blick geraten Phänomene der rechten Szene sowie Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit dieser aus dem Blick. Die Artikel machen auf die Relevanz der Kategorie Geschlecht in der Arbeit gegen Rechtsextremismus aufmerksam und geben einen Überblick über den Stand in Forschung und Praxis.
Neben allgemeinen Überlegungen zur Frage, wie Geschlechtergerechtigkeit in der ehemaligen DDR und BRD verstanden und gelebt wurde und …“