Rund um Marburg


Ausgänge aus der »Frauen-Falle«?
Die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Bild-Text-Diskurs

(Florian Kreutzer)

Wohin führen uns die Ausgänge aus der »Frauen-Falle«? Wie gestaltet die Wechselwirkung von Bildern und Texten, Metaphern und Argumenten den Kampf um Images im Diskurs zur (Un-)Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
Florian Kreutzer zeigt anhand von detaillierten Fallstudien und systematischen Analysen: Während die »Frauen-Falle« die Hintergrundmetapher der Un-Vereinbarkeit bildet, dient der liminale Doppelkörper der berufstätigen Frau und Mutter als imagebildende Ikone der Vereinbarkeit.
Im theoretischen Bezugsrahmen dieser Diskursanalyse entwirft er eine dialektische Phänomenologie der medialen Imagebildung, die sich an Theodor W. Adornos negativer Dialektik, an der Metaphorologie von Hans Blumenberg und der Medientheorie von Niklas Luhmann orientiert.


Gender in Bewegung Aktuelle Spannungsfelder der Gender und Queer Studies

(Elke Kleinau, Dirk Schulz, Susanne Völker)

Gender und Queer Studies haben sich als innovativer Wissens- und Praxiskomplex erwiesen: Sie haben neue Sichtweisen hervorgebracht und daran mitgewirkt, Wissensproduktionen, Forschungsperspektiven und Problematisierungen inter- und transdisziplinär zu (re-)formulieren. In der Theorie und Praxis, im öffentlichen wie akademischen Raum zeigen sich dabei neue Herausforderungen und Spannungsfelder, die in diesem Band reflektiert werden. (Trans-)Formationen in Bezug auf Gesellschaften und Ungleichheitsverhältnisse, Körper, Bildung, Medien und Geschichte werden in den Beiträgen ebenso in den Blick genommen wie Fragen von Gleichstellung, Equality und Diversity.


Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest

Der Dominanzverlust weißer Männer, so begrüßenswert er ist, birgt Sprengstoff. Dazu gehört die Versuchung, Dezentrierung mit Marginalisierung und Privilegienabbau mit Diskriminierung zu verwechseln und sich am Ende als »Opfer der Opfer« zu bemitleiden. Die Attentate von Anders Breivik haben Gefahren einer sich bedroht fühlenden Männlichkeit sichtbar gemacht. Die Selbstreflexion weißer Männer ist seither überfällig. Sie ist aber auch heikel. Als Privilegierte können sie sich nicht in gleicher Weise thematisieren wie jene, die sich an die Ränder einer von ihnen beherrschten Welt verwiesen sehen. Die Freilegung des Dilemmas, in dem sich weiße Männer heute befinden, eröffnet einen Ausweg jenseits von Selbstmitleid und Selbstüberhebung.


Berliner Blätter

Geschlecht – Sexualität. Erkundungen in Feldern politischer Praxis (Hrsg. Beate Binder)

„Geschlechter-Gerechtigkeit, Anerkennung sexueller Diversitäten, Antidiskriminierungsarbeit – diese Ziele haben sich gegenwärtig verschiedenste Initiativen, Projekte und Institutionen auf die Fahnen geschrieben. Sie organisieren Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote und informieren die Öffentlichkeit über geschlechtliche und sexuelle Diskriminierung und Ausgrenzung. Die vorliegenden Beiträge befragen dieses Feld alltäglicher politischer Praxis: Wie werden abstrakte Ziele zu konkreter Praxis? Mit welchem Selbstverständnis agieren Personen in diesem Feld? Welches Wissen wird für die Interventionen in die gesellschaftliche Geschlechter-Ordnung genutzt?.“


feministische studien

Was wollen Sie noch?

Unter anderem folgende Artikel:

  • Ute Gerhard
    In den Brüchen der Zeit. 30 Jahre „feministische studien“
  • Sabine Hark
    Feministische Theorie heute: Die Kunst, ›Nein‹ zu sagen
  • Angela Dwyer
    »Was wollen sie noch?«
  • Gabriele Kämper
    Vom Verschwinden der feministischen Theorie mit ihrem Gegenstand
  • Ina Kerner
    Haupt- und Nebenwirkungen feministischer Analysen
  • Gudrun-Axeli Knapp
    Für einen Weltbegriff feministischer Kritik
  • Ilse Lenz
    Zum Wandel der Geschlechterordnungen im globalisierten flexibilisierten Kapitalismus. Neue Herausforderungen für die Geschlechterforschung
  • Friederike Maier
    Feministische Ökonomie ist immer auch Kritik der herrschenden Wirtschaftstheorien
  • Angela McRobbie
    Feminism and the New ›Mediated‹ Maternalism: Human Capital at Home
  • Birgit Sauer
    Feminismus und Politik – zu einem notwendigen und notwendig umkämpften Verhältnis. Eine politikwissenschaftliche PerspektiveChristina Thürmer-Rohr
    Der Feminismus und das Kassandra-Syndrom

Von: Susanne Schröter (Hg.)

Titel: Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt

Erschienen: 5/2013

„Das Buch hinterfragt die These, dass Demokratisierungen in der islamischen Welt per se zu Geschlechtergerechtigkeit führen, und zeigt, welche politischen, religiösen und kulturellen Faktoren bei Transformationen von Geschlechterordnungen bedeutsam werden. Dabei werden die arabischen Staaten, in denen die »Arabellion« erfolgreich war (Ägypten, Tunesien), mit anderen verglichen, in denen die Machtverhältnisse nicht (Saudi-Arabien, Kuwait, Syrien) oder nur minimal verändert wurden (Jemen, Jordanien). In die Untersuchung werden auch Länder einbezogen, in denen ausländische Interventionen einen Regimewechsel einleiteten (Irak, Afghanistan), in denen eine Revolution bereits mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt (Indonesien), erfolglos war (Iran) oder gar nicht stattfand, da das Regime bereits demokratisch verfasst ist (Indien).“


Von: Kathrin Schrader

Titel: Drogenprostitution. Eine intersektionale Betrachtung zur Handlungsfähigkeit drogengebrauchender
Sexarbeiterinnen

Erschienen: 5/2013

„Dieses Buch gibt Einblicke in die Lebenswelt drogengebrauchender Sexarbeiterinnen. Entlang von Interviews wird illustriert, wie sie trotz ihrer Verletzungen handlungsfähig sind und täglich um ihre Würde ringen. Mithilfe poststrukturalistischer Theorien und der intersektionalen Mehrebenenanalyse werden die massiven Ausbeutungsverhältnisse untersucht und im Zuge dessen die dichotome Opfer- und/oder Täterinnenperspektive auf »Drogenprostituierte« dekonstruiert. Um der Sprach- und der damit verbundenen Rechtlosigkeit von »Drogenprostituierten« begegnen zu können, werden zudem Strategien der Selbstermächtigung vorgeschlagen.
Das Buch eröffnet dadurch neue Perspektiven auf die Praxis der Sozialen Arbeit.“


Von: Morvarid Dehnavi

Titel: Das politisierte Geschlecht. Biographische Wege zum Studentinnenprotest von ›1968‹ und zur Neuen Frauenbewegung

Erschienen: 5/2013

„Die Neue Frauenbewegung: Wie wurde das Geschlecht zum Politikum? Trotz der Vielzahl an Publikationen zur Studentenbewegung von ›1968‹ und zur Neuen Frauenbewegung ist bisher unklar, welche biographischen Erfahrungen Studentinnen zu einem Protest bewegte, bei dem sie Geschlecht zu einem politischen Thema machten. Mittels der Auswertung biographisch-narrativer Interviews sowie einer Kontextanalyse fragt Morvarid Dehnavi nach der politischen Sozialisation von Studentinnen, die Mitglied des Frankfurter Weiberrats und/oder des Frankfurter Frauenzentrums wurden. Am Beispiel der Universität Frankfurt untersucht sie zudem die Bedeutung der Universität als Ort der Politisierung.“


Von: Cécile Stephanie Stehrenberger

Titel: Francos Tänzerinnen auf Auslandstournee. Folklore, Nation und Geschlecht im »Colonial Encounter«

Erschienen: 5/2013

„Die Folkloretanzgruppen der faschistischen »Falange«-Partei waren im franquistischen Spanien allgegenwärtig. In den 1950er Jahren tourten sie um den Globus – in hochpolitischer Mission. Anhand von reichhaltigem Quellenmaterial untersucht Cécile Stephanie Stehrenberger, wie sich in ihren Auftritten Kolonial- und Geschlechterpolitik miteinander verschränkten.
Mit seiner neuen Perspektive auf den Franquismus leistet das Buch einen wichtigen Beitrag zu den Gender und Postcolonial Studies und stellt mit seinem innovativen Zugang zur Geschichtswissenschaft eine interessante Lektüre für eine breite Leserschaft dar.“